August Steindl

Eisenbahner. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1900    † 1943

 

Lebenslauf

August Steindl wurde am 1.5.1900 in Freidegg geboren. Er arbeitete als Zugführer für die Eisenbahn. August Steindl war verheiratet und Vater eines Sohnes.

Widerstand, Todesurteil, Hinrichtung

August Steindl war Organisator der KPÖ in St. Pölten, und hatte Verbindungen zur Organisationsleitung in Wien. Er warb mehrere Mitglieder, darunter auch den ebenfalls zum Tode verurteilten Leopold Strasser.

August Steindl wurde am 12.3.1941 verhaftet und am 10.6.1942 zum Tode verurteilt. Seine Hinrichtung erfolgte am 26.2.1943.

Aus dem Urteil

“Bei der Unterredung mit Fritzsche im Februar 1940 hatte August Steindl die Verbindung zur Organisationsleitung in Wien, die Leitung der Zelle des Verkehrspersonals auf dem Bahnhof St. Pölten und die Betreuung der Westbahnstrecke in der Richtung gegen Wien übernommen. Er erweiterte die beim Verkehrsdienst schon bestehende Zelle und ging daran, auch die Westbahnstrecke gegen Wien organisatorisch zu erfassen. Unter anderen warb er den mit seinem Sohn befreundeten Angeklagten Georg Schaffranek aus Böheimkirchen, den Ferdinand Praher aus Böheimkirchen, den Leopold Straßer aus Kirchstetten sowie den Arbeiter Schmied aus Fahrafeld.”

Straßenbenennungen

Die Steindlstraße in St. Pölten und die Steindl-Gasse in Ybbs an der Donau sind nach dem Widerstandskämpfer benannt.

Enthüllung der wieder angebrachten Gedenktafel an die Opfer der NS-Faschismus am Hauptbahnhof St. Pölten am 28. November 2011

Bundesministerin Doris Bures, Nationalrat Anton Heinzl, Landtagsabgeordnete Heidemaria Onodi und Bürgermeister Mag. Matthias Stadler enthüllten die wieder angebrachte Gedenktafel an die Opfer der NS-Faschismus am Hauptbahnhof St. Pölten.

Mit der Gedenktafel wird an folgende Opfer des NS-Faschismus erinnert:

Hingerichtet in St. Pölten wurden: Duba Rudolf, Klesl Mathias, Lang Josef, Lenk Leopold, Marek August, Novy August, Pötsch Franz, Senninger Johann, Steindl August, Steurer Josef, Tandler Richard, Unterberger Rudolf und Winkler Friedrich
Am KZ und seinen Folgen starben: Doppler Karl, Gruber Josef, Lechner Johann, Moser Anton, Renner Ferdinand, Panzer Martin, Rael Franz, Wiesmayer Josef, Roth Johann, Stammer Ludwig.

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Bezirksorganisation St. Pölten: Dunkle Zeiten der Eisenbahn - Niemals vergessen! Der Eisenbahnerwiderstand in St. Pölten
  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

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